—English version below—

Liebe Freund*innen des MACH-Festivals und MACH e.V.s.,

Liebe Künstler*innen, Kooperationspartner*innen, Teilnehmer*innen und Besucher*innen,

In den letzten Wochen und Monaten erreichten uns Neuigkeiten, die uns intern schwer getroffen haben und mit denen wir bewusst an die Öffentlichkeit gehen und welche wir transparent behandeln wollen.

An uns wurden Meldungen von (sexuellen) Übergriffen und Hassnachrichten gegen trans* Personen und Frauen herangetragen, die von Mitgliedern des MACH e.V.s ausgingen.

Bisher sind uns die Täter nicht bekannt, wir wissen nur, dass sie Teil des Organisationsteams sind/waren. [Anmerkung zur Verwendung des Begriffs “Täter”: Wir verwenden bewusst den Begriff Täter, obwohl vor einem rechtskräftigen Urteil meist von einem mutmaßlichen Täter oder Tatverdächtigen gesprochen wird. Wir haben aber keinen Grund, an den Aussagen der betroffenen Personen zu zweifeln, solidarisieren uns mit den Personen und wollen die Beschuldigten als das bezeichnen, was sie sind.]

In Reaktion auf diese Erkenntnisse stehen wir nun am Anfang eines Prozesses, in welchem wir unsere eigenen Rollen und Dynamiken, sowie das persönliche Verhalten innerhalb des Teams und unsere Verantwortung gegenüber (ehemaligen) Team-Mitgliedern reflektieren wollen.

In den vergangenen 6 Jahren haben wir es geschafft, die Organisation des Festivals auf eine neue Ebene zu bringen. Wir haben uns nach außen hin professionalisiert, sind in der Größe des Teams, aber auch im Angebot gewachsen. Wie es scheint, haben wir es versäumt, diese Professionalisierung auch auf die internen Bereiche auszuweiten.

Wir haben es versäumt, wirksame Schutzmechanismen aufzubauen, auch um im Falle von Übergriffen gegenüber Gästen, Künstler*innen und gegenüber Teammitgliedern handlungsfähig zu sein und Hilfe anbieten zu können.

Noch dazu haben wir uns der Illusion hingegeben, dass sich solche Täter nicht in unseren eigenen Reihen befinden könnten. Aufgrund der persönlichen Nähe innerhalb des Teams fällt dieser Gedanke immer noch sehr schwer.

An dieser Stelle wollen wir bei den Betroffenen um Verzeihung bitten. Wir haben persönlich und als Team versagt und nicht richtig reagiert. Das wollen wir jetzt ändern: Wir haben einen Prozess angestoßen, bei dem wir schnellstmöglich, mit professioneller Hilfe, diese Schutzstrukturen aufbauen, unsere eigenen Rollen und Dynamiken hinterfragen, im besten Falle die Täter identifizieren und solidarisches Handeln ermöglichen wollen.

Wir treten mit diesen Informationen an die Öffentlichkeit, denn sollte es weitere betroffene Personen geben, die uns bisher unbekannt sind, bieten wir diesen an, sich bei uns zu melden. Wir wollen euch die nötige Hilfe und sichere Räume anbieten, um gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Für (betroffene) Personen, die nicht mit uns in Kontakt treten wollen bzw. können, verweisen wir auf die folgenden Beratungsstellen:

Damit wir diesen Prozess vernünftig angehen können, stoppen wir außerdem alle geplanten Kooperationen des MACH e.V.s und die Festivalorganisation für das MACH-Festival im Juli 2020. Das Festival befindet sich also „on hold”. Wir wollen die nächste Zeit ausschließlich mit der Aufarbeitung der Übergriffe und Hassnachrichten verbringen. Die alltäglichen Aufgaben des Vereins werden wir auf das Nötigste reduzieren.

Wir bitten deshalb um Verständnis, dass wir derzeit keine Aussagen zum Sommer und zur weiteren Arbeit des MACH e.V.s treffen können. Unser Fokus richtet sich ausschließlich auf die betroffenen Personen und die interne Aufarbeitung.

Für Fragen und Kontaktaufnahmen nutzt gerne unsere Mailadresse: mach.awareness@posteo.de. Diese wird von einer kleinen Gruppe von FLINT*personen (female, lesbian, inter, non-binary, trans) betreut.

Eure MACHis

Dear friends* of MACH-Festival and MACH e.V.,

Dear artists, cooperation partners, participants and visitors,

In the last weeks and months we have received news that has affected us and our internal structures seriously and with which we are consciously going public and which we want to treat transparently.

We have received reports of (sexual) assaults and hate messages against trans* people and women caused by members of MACH e.V. So far we do not know the perpetrators/offenders, we only know that they are/were part of the organization team. [Note on the use of the term “perpetrator/offender”: We use the term “perpetrator/offender” deliberately, although before a final judgement is made, we usually speak of a suspected perpetrator or suspect. However, we have no reason to doubt the statements of the persons concerned, show solidarity with them and want to call the accused what they are.]

In response to these findings, we are now at the beginning of a process in which we want to reflect on our own roles and dynamics, as well as the personal behavior within the team and our responsibility towards (former) team members.

In the past 6 years we have managed to take the organization of the festival to a new level. We have become more professional on the outside, we have grown in the size of the team, but also in the range of activities. As it seems, we have failed to extend this professionalization to the internal areas as well. We have failed to build up effective protection mechanisms, also in order to be able to act and offer help in case of assaults towards guests, artists and team members. In addition, we have indulged in the illusion that such perpetrators could not be found in our own rows. Because of the personal closeness within the team this thought is still very hard.

At this point we would like to ask those affected for forgiveness. We failed personally and as a team and did not react properly. Now we want to change that: We have initiated a process in which we want to build up these protective structures as quickly as possible, with professional help, question our own roles and dynamics, identify the perpetrators in the best case and enable solidarity-based action.

We are going public with this information, because if there are other affected persons who are unknown to us, we offer them to contact us. We want to offer you the necessary help and safe places to look for solutions together. For (affected) persons who do not want to or cannot get in contact with us, we refer to the following advice centers:

In order to be able to start this process in a sensible way, we are also stopping all planned cooperations of MACH e.V. and the festival organization for MACH-Festival in July 2020. So the festival is “on hold”. We want to spend the next time exclusively with the processing of the assaults and hate messages. We will reduce the daily tasks of the association to the bare essentials.

We therefore ask for your understanding that we are currently unable to make any statements about the summer and the further work of MACH e.V. Our focus is exclusively on the persons concerned and the internal processing.

For questions and contacts please use our mail address: mach.awareness@posteo.de which is managed by a small group of flint* people (female, lesbian, inter, non-binary, trans).

MACH e.V.