Between the light

Performace-Bühne | Sa., 7. Juli, 0.30 Uhr | MACH-Festival 2018


FSK 18 - Trigger Warning! Selbstverletzendes Verhalten, Nacktheit, Essstörung!

„Between the light“ ist eine multimediale Aufführung, welche das Ziel verfolgt sich in eine kritische Diskussion mit sich selbst zu begeben.

Ein Darsteller sitzt auf der Bühne und wird von Filmausschnitten bestrahlt, welche auch auf die Wand hinter ihm fallen. Dazu wird ein selbst produziertes Hörspiel abgespielt, in dem der Darsteller einen ehrlichen autobiographischen Disput mit sich selbst führt. Nach und nach beginnt der Darsteller auf der Bühne verschiedenen Handlungen nachzugehen.

In einer Welt in der Kunst sich immer mehr nach wirtschaftlichen Aspekten ausrichtet und sich so zu einer reinen Unterhaltungsmaschinerie entwickelt. In einer Zeit der Stars und Sternchen in der es sich weniger um das Kunstwerk als um den Künstler dreht. In einer Zeit in der der Künstler nur noch der Repräsentant eines Werkes ist, das hauptsächlich von vielen anderen unter bestimmtenGesichtspunkten entwickelt und produziert wurde, um einer ausgewählten Zielgruppe zu gefallen. In dieser Zeit verliert sich der eigentliche Sinn der Kunst als strebsame und moralische Instanz. Vielen Kunstschaffenden geht es mehr und mehr um den Profit als um die persönliche Botschaft. Sie wollen gefallen mit möglichst wenig Eigenbeteiligung. Genau hier möchte ich ansetzen, um einen Gegenpool zu konstruieren. Ich werde dem Zuschauer nicht zeigen was er möchte, sondern viel mehr etwas was ihn abschreckt, etwas das in fast allen Teilen von mir stammt. Denn Kunst sollte anecken und auf Missstände moralischer oder gesellschaftlicher Natur hinweisen.

Die Frage nach der Vergänglichkeit, was ist Kultur, was ist mein künstlerischer Ausdruck und wie weit würde ich dafür gehen?

In meiner multimedialen Aufführung wollte ich mich diesen Fragen bis ins Extreme nähern und damit meine eigenen Grenzen und die Grenzen des Publikums überschreiten.Wer an diesem Abend nach einem dramatischen Bogen oder einem Handlungsstrang suchte, der suchte vergeblich. Es ging nicht darum eine Antwort zu finden, als viel mehr um die bedingungslose Auseinandersetzung mit der Thematik, sodass bei allen Beteiligten ein Denkprozess, egal ob negativ oder positiv, angestoßen wird.

Der Entwurf und die Umsetzung dieses Abends waren ein langwieriges und mühevolles Unterfangen. Es erstaunte mich wie viel Planung und Struktur es brauchte um Chaos zu erzeugen. Zu erst gab es eine Idee, eine grobe Vision. Durch das Schreiben des Textes und die damit verbundene thematisch und biographische Auseinandersetzung festigte sich diese Vorstellung und bekam eine klare Kontur. Bühnenhandlung und die Filmbeiträge wurden ebenfalls zu dieser Zeit genau festgelegt. Alles in allem war diese Prozessphase die längste und geistig anstrengendste.

Danach erfolgte die Montage des Filmes und des Hörspiels. Da mir das Proben der Bühnenhandlungen nur bedingt möglich war, aber Film, Hörspiel und Bühnenhandlung zeitlich gut aufeinander abgestimmt werden mussten, lag hier die Schwierigkeit in der genauen Vorstellung von Handlungsabläufen und den dafür benötigten Zeiten. Des Weiteren galt es passende Filmausschnitte, Verfremdungen und Collagierungen für das Hörspiel zu finden.

Die letzte Phase war die Probe und Aufführung. Die Aufführung war als solche nicht zu Proben sondern war dominiert von ihrer Grenzüberschreitung und damit einmalig. Dementsprechend konnte ich nur grobe Durchläufe machen bei denen ich die Abläufe und Timings einstudierte. Auf das Erreichen der gewünschten Emotionalität und Energie sowie das tatsächliche Überschreiten der Grenzen musste ich mich während der Aufführung verlassen.

Bei der Frage ob ich die von mir gesteckten Ziele erreichte, kann ich nur von mir sprechen.

Ja, ich erreichte meine Grenzen und ging auch darüber hinaus. Was bleibt ist ein fader Beigeschmack, ob dies wirklich alles war oder ob es da nicht noch Weiteres zu überwinden gibt. Es ist schon fast wie eine Sehnsucht.

„Schließen Sie die Augen und Hören sie mir zu.
Schließen Sie die Augen und folgen Sie meiner Stimme.
Schließen Sie die Augen und lassen Sie es zu.“

„Will man tief in sich vordringen ist die Lösung von einem selbst, von seinen Bedürfnissen unumgänglich. Wenn man nach Perfektion strebt muss man das Unvollkommen als Tatsache akzeptieren.“



Reaktionen:

„Franz du weißt ich liebe dich, aber was sollte das?“ Fassungslosigkeit, Wut

„Ich bin froh das ich es gesehen habe, aber ich möchte es auch nie wieder sehen.“ bedacht

„Was wolltest du damit eigentlich sagen?“ irritiert

„Ich fand, das war nicht der passende Rahmen, um so etwas zu machen.“ skeptisch

„Ich dachte die ganze Zeit, das kann der doch jetzt nicht machen.“ erregt, aufgewühlt

„Also, das mit den Armen hätte ich dir verboten!“ bestimmt

„Du hast meine kleine zum Weinen gebracht.“ amüsiert

„Das war ja so geil.“ begeistert

„Warum hast du das gemacht?“ ernst

„Du hast die Leute hier ins offene Messer laufen lassen.“ erbost.