Was bleibt - ein Nachruf auf Wilhelmine und Bernard

Judith Schein | MACH-Kino | So., 8. Juli, 14.30 Uhr | MACH-Festival 2018


Hermann lebt seit seiner Geburt 1946 in dem selben Haus. Er lebt mit den Möbeln und Büchern seiner Eltern Wilhelmine und Bernard, Marx- und Lenin- Büsten, Chanukka-Leuchter, unzähligen gerahmten Fotos, Briefen von der Verwandtschaft seiner Eltern, und Ölbildern an den Wänden, selbst wenn er sie nicht mag. Er konserviert und archiviert die Dinge aus der Vergangenheit von denen er sich bis heute nicht trennen konnte, weil sie für ihn Erinnerungen an seine Familie bedeuten. Hermann wird 1988 mein Vater. 1946 kommen seine Eltern Wilhelmine und Bernard aus politischer Überzeugung aus der englischen Emigration in die sowjetische Besatzungszone, nach Leipzig. Ihr Ziel, den Sozialismus mit aufzubauen. Sie bekommen in Leipzig von der sowjetischen Militäradministration ein Haus zugewiesen. Fast 70 Jahre nachdem Wilhelmine und Bernard das Haus bezogen haben, stehe ich in „ihren" Räumen. Mein Masterfilm "Was bleibt - Ein Nachruf auf Wilhelmine und Bernard" nähert sich über die Gegenstände, die von ihnen geblieben sind, dem Leben von Wilhelmine und Bernard und fragt sich, in wieweit ein Haus und deren Inhalt Geschichte erzählen kann.